19. Oktober 2026
Der Intraoralscan ist erstellt, der digitale Laborfall übertragen – und kurze Zeit später meldet sich das Dentallabor mit einer Rückfrage. Eine benötigte Fläche fehlt, die Präparationsgrenze ist nicht eindeutig erkennbar oder wichtige Auftragsinformationen sind unvollständig. Ein funktionierender digitaler Workflow hängt nicht allein vom eingesetzten Intraoralscanner ab. Entscheidend ist, ob die für die geplante Versorgung relevanten Daten vollständig, eindeutig und zahntechnisch weiterverarbeitbar vorliegen. Gerade an der Schnittstelle zwischen Zahnarztpraxis und Labor können kleine Informationslücken zusätzlichen Abstimmungsbedarf verursachen. Fünf typische Situationen zeigen, worauf es vor der Datenübermittlung ankommt.
Im digitalen Modell sind sichtbare Löcher, fehlende Flächen oder unvollständig erfasste Bereiche erkennbar. Nicht jede Lücke stellt automatisch ein Problem dar. Entscheidend ist, welche Informationen das Labor für die jeweilige Versorgung benötigt. Fehlen wichtige Oberflächen oder anatomische Bezugspunkte, kann dies die digitale Konstruktion erschweren. Unter Umständen muss das Labor fehlende Informationen nachfordern. Vor der Übermittlung lohnt sich ein Blick auf den konkreten Arbeitsbereich: Sind die für den Fall vorgesehenen Bereiche im Datensatz vorhanden?
Bei präparierten Zähnen benötigt das Labor eine ausreichend erkennbare Präparationsgrenze. Eingeschränkte Sichtverhältnisse, Weichgewebe, Blutung oder Feuchtigkeit können die digitale Erfassung erschweren. Ist die Grenze im Datensatz nicht eindeutig nachvollziehbar, fehlen möglicherweise wichtige Informationen für die zahntechnische Konstruktion. Das kann Rückfragen auslösen, bevor die weitere Bearbeitung beginnt. Das Praxisteam kann kontrollieren, ob die benötigte Grenze im Scan sichtbar erscheint.
Doppelkonturen, abrupt versetzte Flächen, unplausible Übergänge oder scheinbar angeheftete unerwünschte Strukturen können Hinweise auf Probleme bei der digitalen Erfassung oder Verarbeitung sein. Solche Auffälligkeiten können die Interpretation des digitalen Modells erschweren. Allerdings sind nicht sämtliche geometrischen Ungenauigkeiten visuell erkennbar. Ein optisch überzeugender Intraoralscan ist deshalb nicht automatisch geometrisch genau. Offensichtlich unplausible Bereiche sollten vor dem Versand nicht ignoriert werden. Die Sichtprüfung hilft, erkennbare Auffälligkeiten frühzeitig aufzugreifen. Sie ersetzt jedoch keine Beurteilung der geometrischen Genauigkeit.
Der Arbeitskiefer wurde erfasst, aber weitere für die Versorgung vorgesehene Datensätze fehlen. Je nach Indikation können beispielsweise relevante Nachbarzähne, ein Antagonistenscan oder eine statische Bissregistrierung benötigt werden. Diese Informationen können für die Gestaltung der Restauration und die Berücksichtigung ihrer funktionellen Umgebung wichtig sein. Fehlen benötigte Datensätze, ist möglicherweise eine Rückfrage erforderlich. Sind alle für den konkreten Laborfall vorgesehenen Dateien vorhanden und richtig zugeordnet? Das Praxisteam kann deren Vorhandensein kontrollieren und offensichtliche Fehlzuordnungen erkennen.
Der digitale Scan wurde erfolgreich übertragen, doch Angaben zur gewünschten Versorgung fehlen oder sind nicht eindeutig zugeordnet. Auch ein technisch verwertbarer Datensatz enthält nicht automatisch alle Informationen für die zahntechnische Weiterverarbeitung. Je nach Fall benötigt das Labor beispielsweise die eindeutige Patientenzuordnung, Versorgungsart, festgelegte Materialvorgaben, Terminwünsche oder ästhetische Informationen. Ergänzende Fotos können ebenfalls relevant sein. Sind die für den Fall erforderlichen Angaben vollständig hinterlegt und stimmen sie mit dem übermittelten Datensatz überein?
Die gute Nachricht: Viele sichtbare Probleme und fehlende Informationen lassen sich bereits vor der Datenübermittlung mit wenig Aufwand kontrollieren. Genau dafür hat iqdentis den iq ScanStart Praxis-Preflight entwickelt. Die kompakte Arbeitshilfe umfasst zwei Bereiche:
2-Minuten-Fallcheck: Zehn konkrete Prüfschritte helfen dabei, vor dem Versand eines digitalen Laborfalls die relevanten sichtbaren und organisatorischen Punkte systematisch durchzugehen.
Praxis-Systemcheck: Sechs Fragen und ein Laborfeedback-Spiegel unterstützen dabei, wiederkehrende Workflow-Lücken an der Schnittstelle zwischen Praxis und Labor zu erkennen und gemeinsam zu besprechen.
Digitale Zahntechnik bietet viele Möglichkeiten, Behandlungs- und Fertigungsprozesse effizient miteinander zu verbinden. Voraussetzung dafür ist eine verlässliche Informationsbasis. Nicht jede Scanauffälligkeit lässt sich am Bildschirm erkennen oder durch eine Checkliste ausschließen. Doch die systematische Kontrolle sichtbarer Probleme und benötigter Falldaten kann Rückfragen reduzieren und die Zusammenarbeit erleichtern. iqdentis versteht den digitalen Workflow deshalb als gemeinsame Aufgabe von Zahnarztpraxis und Dentallabor.
Laden Sie den iqdentis-preflight kostenlos herunter >>
Für einen digitalen Workflow, bei dem Praxis und Labor von Anfang an gut zusammenarbeiten.
Ihr Holger König, Zahntechnikermeister